Das aktuelle Programm


Benefizkonzert am 05.09.2026

Es werden Werke von Jürgen Broschart zugunsten der Parkinsonforschung gespielt.


Das Programm am 29.06.2026:

Franz Schubert (1797 -1828): 2. Sinfonie in B-Dur

Schubert schrieb seine Sinfonie Nr. 2 von Dezember 1814 bis März 1815 und widmete sie Innocenz Lang, dem Direktor des Wiener Stadtkonvikts, das Schubert von 1808 bis 1813 besucht hatte.

Die erste wirklich öffentliche Aufführung der Sinfonie fand erst 49 Jahre nach Schuberts Tod im Jahre 1877 in London durch den MusikforschEer George Grove  statt, der in dieser Zeit alle Schubert-Sinfonien zur Aufführung brachte.(www.wikipedia.org)

1.Satz Largo – Allegro vivace: Im sehr langen 1. Satz hört man deutlich die Verwandtschaft/Inspiration zu Beethovens 1. Sinfonie. Thema und Verarbeitung – einen Ton höher wiederholtes Hauptthema – zeigen Ähnlichkeiten und auch Unterschiede Die Sonatenform enthält neben der üblichen Form auch Unregelmäßigkeiten in den Tonarten. Man fragt sich, ob es eine Laune, oder sogar eine Art Freiheit war, die er sich erlaubte.

2.Satz Andante: Das leicht tänzerische Thema in Es-Dur wird mit 5 Variationen versehen, mit den Streichen vorgeführt.

Var.I. spielen Oboe und Flöte, ohne Bassbegleitung.

Var. II. beginnt mit Soli im Violoncello und Kontrabass, die zweite Hälfte der 2 Mal achttaktigen Formteile übernimmt die Flöte die Führung.

Var. III. ändert den Grundcharakter, Hörner und Holzbläser spielen Dialog miteinander, auch hier schweigt die Bassstimme.

Var. IV. in c-Moll entfernt sich noch mehr vom ersten Thema, auch die Lautstärke wächst sehr stark.

Var. V. bringt durch die Klarinette das ursprüngliche Thema, allerdings nur die Hälfte der achttaktigen Periode.

In der Coda wird der Satz zart verabschiedet, endet in einem zauberhaften piano.

3. Satz Allegro vivace - Trio: Hier steht zu dieser Zeit gewöhnlich ein Menuett. Ungewöhnlich ist die Tonart c-Moll. Es ist nicht die Grundtonart der Sinfonie. Die klassische Wiener Periode von 8 Takten wird um weitere 4 Takten ergänzt.. Auch der Charakter der Melodie erinnert an den 2. Satz.

4. Satz Presto: Schubert liebt rhythmische Vorlagen, die an Reiten oder an Spaziergängen erinnern. In diesem Satz „reitet“ ein Daktylus lange Strecken und sorgt für strömende, aber spielerische Energie. Bei der ersten Fortestelle tobt tatsächlich die ganze Kompanie!

Der Nebensatz wechselt in Es-Dur, die tänzerische Bewegung wird aber fortgesetzt. Eine bunt wirkende Modulationsreihe mündet in der Reprise des Hauptthemas. Wie es die klassische Regel vorschreibt, endet die Exposition in der Dominante – in F-Dur. Die Durchführung zeugt von der reichen Fantasie eines reifen 18jährigen, er häuft Dissonanzen und Tonartänderungen, fordert das Gehör der Musikfreunde konsequent heraus, bricht mutig mit Traditionen der Wiener Klassik. Ja, hier wächst ein forschender Romantiker heran, der noch Großes vollbringen wird.  

 

Anton BrucknerSymphonisches Präludium – Orchestersatz c-Moll

Nach der Niederschrift des Brucknerschülers Rudolf Krzyzanowski aus dem Jahr 1876:

Rudolf Krzyzanowski studierte 1872-1878 im Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und wurde etwa 1875 Schüler von Anton Bruckners. Studienfreunde waren Gustav Mahler und Hugo Wolf, er selbst wurde Dirigent an mehreren Opernhäusern in Halle, Prag, Hamburg, Weimar. Auf seinem Manuskript steht „Von Anton Bruckner“.

Der Wiener Komponist Heinrich Tschuppik hat das Werk 1948 durch Fritz Rieger und die Münchner Philharmoniker aufführen lassen und damit eine öffentliche Diskussion entfacht. Tschuppik legte das Werk den Bruckner-Kennern Max Auer und Franz Gräflinger, ebenso dem Schweizer Dirigenten und Komponisten Volkmar Andreae vor. Diese bestätigten die Autorenschaft Bruckners. Letzterer wollte sogar eine Aufführung mit den Wiener Philharmonikern übernehmen. Diese kam aber nicht zustande, da das Orchester der Zuschreibung des Werkes zu Bruckner nicht zustimmen konnte. Die Münchner Philharmoniker hingegen übernahmen unter Fritz Rieger am 7.9. 1949 eine Uraufführung. Tschuppiks Reinschrift der Partitur mit handgeschriebenen Orchesterstimmen befinden sich im Archiv der Münchner Philharmoniker. Hier fand der deutsche Kapellmeister Wolfgang Hiltl das Manuskript, untersuchte es und hat die Wahrscheinlichkeit nach stilistischen Merkmalen für groß gehalten, es Bruckner zuzuschreiben. Er bearbeitete das Manuskript und der Verlag Doblinger brachte es 2002 heraus. Andere Bearbeitungen gingen davon aus, dass Gustav Mahler der Autor sei.

W. Hiltl stellte eine erweiterte Sonatenform fest, mit drei Themengruppen. Die Besetzung entspricht der üblichen Orchesterbesetzung Bruckners 1871-76. In der Zeit hatte er seine Sinfonien 2-5 geschrieben hatte. Unsere Aufführung fußt auf dieser Ausgabe.

  

Felix Alexandre Guilmant (1837- 1911): Symphonie für Orgel & Orchester Nr.1

wurde in Boulogne-sur-Mer in der Region Hauts-de-France geboren. Sein erster Lehrer war sein Vater, Jean-Baptiste Guilmant. Er studierte in Bruxelles und wurde schon mit 16 Jahren im Konservatorium in seiner Vaterstadt als Organist in Saint-Joseph und Chorleiter in Saint-Nicolas, sowie auch Lehrer. Aufgrund seiner Erfolge wurde er in Paris in La Trinité als Titularorganist eingestellt. Seine Konzertreisen führten ihn durch England, Italien, Russland, Riga sowie dreimal über die USA. Hier spielte er auch auf der größten vollumfänglich spielbaren Harris Orgel der damaligen Welt in Wanamaker Departement Store in Philadelphia.

Die Symphonien Nr.1 und Nr. 2 wurden von Orgelsonaten orchestriert, ohne an der Substanz wesentlich geändert zu haben. Die Symphonie Nr. 1 in d-Moll wurde in Paris 1878 uraufgeführt, Guilmant spielte den Orgelpart selbst, es spielte das Orchestre Colonne, unter der der Leitung seines Gründers, Edouard Colonne.

Der erste Satz zeichnet sich durch Dialoge zwischen Orgel und Orchester aus, am Anfang in einem majestätischen Largo. Themen und Motive werden aneinander fließend weitergereicht. Ein volles Orchester mit einem kompakten Klang wurde der Orgel als ebenbürtiger Partner hingestellt.

Im 2. Satz Pastorale dominiert die Orgel mit einer figurierten Linie, sehr zart und lyrisch, durch Holzbläser ergänzt. Zum abschließenden Choral gesellen sich die 1.Violine und die Flöte, in ätherischer Höhe.

Der 3. Satz Allegro assai agiert mit frischen Sechszehntelketten der Orgel in Toccata-Manier, wobei das Orchester ähnlich flotte Läufe absolviert. Ob ein häufig gebrachtes Motiv, das mit den ersten 4 Tönen an das berühmte Thema aus der Jupiter Sinfonie von Mozart CDEF erinnert, bewusst angewendet wurde, ist nicht mit Gewissheit festzustellen. Ein Andante maestoso unterbricht effektvoll den schwungvollen Satz, dem dann ein Allegro mit orchestralen Geschwindigkeit eine abschließende Coda folgt und den Satz in der glanzvollen Tonart D-Dur beendet. 

 

Solist: Volkmar Zehner - Orgel


Das Programm am 23.03.2026:

  • Michael Töpel: Rheinsberger Tänze für Streichorchester -Uraufführung

    Joseph Haydn: Klavierkonzert in D-Dur

    Solistin: Annette Töpel

    Felix Mendelssohn Bartholdy: 4. Sinfonie "Die Italienische"


Das Programm am 05.01.2025:

Informationen zu dem Programm befinden sich auf der Seite der Musikfreunde - Kiel.


Das Programm am 17.11.2025:

Claude Debussy (1858 - 1924): Prélude à l'après-midi d'un faune

 

Ausgewählte Arien:

Giacomo Puccini (1858-1924): « Si. Mi chiamano Mimi » aus La Bohème (Man nennt mich Mimi) - Mimi

Amilcare Ponchielli (1834-1886): « Suicidio in questi fieri momenti »  (Selbstmord in diesem stolzen Moment) aus La Gioconda

Erich Wolfgang Korngold (1897-1957): „Glück, das mir verblieb“ aus Die tote Stadt - Mariettas Lied

Richard Wagner: „Dich teure Halle, grüß‘ ich wieder“ aus Tannhäuser – Elisabeth

Carlos Garde (1890 - 1935)l: „El día que me quieras“  (Der Tag, an dem du mich liebst)  Tango aus dem gleichnamigen Film (1935)

Solistin: Graciela de Gyldenfeldt – früher an der Oper Kiel

 

 

Wassili Sergejewitsch Kalinnikow (1866 -1900): Sinfonie Nr. 1 in g-Moll (1895)

 


Das Programm am 14.07.2025:

Franz Schubert: Ouvertüre im italienischen Stile D 590 (1812)

 

Anders als seine Symphonien und Lieder werden die Ouvertüren von Franz Schubert eher selten gespielt.  Er schrieb insgesamt nicht weniger als 18  davon. Darunter sind Ouvertüren zu Singspielen, Schauspielen und Opern, Konzertouvertüren und sogenannte Ouvertüren "im italienischen Stile".

Im Wien der 1820er Jahre brach ein "Rossini-Fieber" aus. Der Grund hierfür war, dass 1821 die Wiener Hofoper und das Theater an der Wien für sieben Jahre an den damals bedeutendsten italienischen Impresario der Opernhäuser von Neapel und Mailand, Domenico Barbaja, verpachtet wurden. 

Der düstere Auftakt beginnt mit großen Orchesterakkorden und wird von den tiefen Streichern angeführt. Schuberts reiche Orchestertexturen werden von einem leichten, beschwingten Thema der hohen Streicher abgelöst. Blech- und Holzbläser fallen an dieser Stelle vollständig aus, und die Ouvertüre verwandelt sich für einige Zeit in ein Streicherstück.

Leise Hornrufe signalisieren die Rückkehr des vollen Orchesters, und auch andere Holzbläserstimmen tauchen in der Textur auf. Die reiche Tonalität von D-Dur unterstützt die gewaltigen Klangexplosionen, die im gesamten Orchester zu hören sind, während die farbenprächtige Harmonie aus dem Inneren des Orchesters strahlt. Während der gesamten Ouvertüre sind mehrere Solisten zu hören, wobei die Oboe im Mittelteil, genau beim Tempowechsel, besonders ausdrucksstark wirkt.

 

Im Gegensatz zu den ersten vier Minuten ist der helle und luftige Mittelteil schnell, leicht und komplex. Schubert komponiert mehrere Themen, die alle gleichzeitig erklingen, was Ihren Ohren viel Freude bereitet! Die Holzbläser übernehmen die melodische Führung durch diesen schnellen Abschnitt, wobei jedes Instrument seine einzigartige Stimme zur Schau stellt. Schubert bringt die Blechbläser wieder in den Mix ein, wobei kräftige Akkorde alles andere übertönen. Als der letzte Höhepunkt erreicht ist, spielen die letzten heroischen Takte diese aufregende Ouvertüre aus.

 

Antonin Dvořak: Konzert für Violoncello und Orchester in h-Moll op.104 (1895)

 

Der Komponist bekam aus Amerika ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte. Er reiste 1892 nach New York, um dort die Leitung des „National Conservatory“ zu übernehmen.

Er hatte Gelegenheit die Musik indigener Völker und der Afroamerikanischer Kultur kennenzulernen. Davon zeugt nicht nur die Sinfonie Nr.9 „Die Neue Welt“ sondern auch  das Cellokonzert h-Moll für den tschechischen Cellisten Hanuš Wihan. Es wurde Anfang 1895 in New York beendet. Nach einem Streit mit Wihan über die Einfügung einer längeren Kadenz, zu der sich der Komponist nicht überreden ließ, wurde die Uraufführung 1896 in London vom Solisten Leo Stern unter Leitung des Komponisten gespielt. 

Der 1. Satz Allegro beginnt mit einem leisen Motiv auf der Klarinette, das durch den Mollterz-Umfang an die Sinfonie Nr.9 (Die Neue Welt) erinnert. Vielleicht auch deshalb und wegen der sinfonischen Verarbeitung des Konzertes wird das Werk manchmal „die 10. Sinfonie“ genannt. Nach einer Steigerung erscheint das Hauptthema „Grandioso“ mit dem vollen Orchester – eine künstlerische Hochleistung des Komponisten. Das Seitenthema in der komplexen Sonatenform erscheint im Solohorn in D-Dur, lyrisch, dominant, einprägsam, orchestral ausgebaut. Das Schlussthema erscheint belebt, tänzerisch und führt zum ersten Soloeinsatz. In anspruchsvollen Passagen führen Solo und Orchester einen vielschichtigen, abwechslungsreichen Dialog. Das Violoncello wird virtuos und ausdrucksvoll eingesetzt. Meisterhaft werden Solostimmen und Orchesterpassagen verwoben, miteinander konkurrierend und auch verschmelzend sorgen sie um das ergreifende romantische Erlebnis.

Im 2. Satz (Adagio non troppo) zitiert Dvořak ein Lieblingslied seiner Schwägerin, die 1895 gestorben ist: „Lasst mich allein“ (op. 82, Nr. 1). Es wird vermutet, dass er sich in sie verliebte und nun um sie trauerte. Das Thema erscheint zuerst wieder auf der Klarinette in G-Dur, wird aber bald vom Solocello aufgenommen. Danach ertönt ein g-Moll Thema, dramatisch, durchs volle Orchester, das vom Violoncello cantabile beantwortet wird, sehr emotional, das vom Orchester zart umwoben begleitet wird. Mit dem variierten Hauptthema wird der Schluss vorbereitet und endet in leisen, verträumten Tönen der Klarinetten.

 

Der 3. Satz Finale, Allegro moderato hat anfangs den Charakter eines Marsches, wie bei Tschaikowsky. Das Thema wird als Rondothema verwendet, wobei die Episoden ausgeprägtes Profil tragen und sich mit dem Orchester meisterlich korrespondieren. Auch eine Solovioline (Christian Heber) gesellt sich als glänzende Partnerin zum ausdrucksstarken Solocello. Nach einer kurzen Wiederholung des Hauptthemas des 1. Satzes steigert sich das Finale zu einem schwungvollen Abschluss in lebensbejahendem H-Dur und krönt damit ein Meisterwerk der Romantik, von einem Komponisten, der eigentlich vom Violoncello nicht viel gehalten hat. 

 

 

Robert Schumann: Sinfonie Nr. 2 in C-Dur op. 61 (1845/46)

Robert Schumann schrieb die 2. Sinfonie in C-Dur 1845-46. Eigentlich war sie schon seine 3. Sinfonie, da die d-Moll Sinfonie schon 1841 fertiggestellt aber noch nicht überarbeitet wurde. 1844 zogen er und seine Frau nach Dresden, enttäuscht, dass sich seine Hoffnungen auf eine Anstellung an der Spitze des Gewandhausorchesters in Leipzig nicht erfüllt haben. In dieser Zeit befand er sich gesundheitlich in einer tiefen Krise. Er hatte Depressionen und rätselhafte Krankheiten quälten ihn.

Schumann war der Meinung, dass er beim Studium von Johann Sebastian Bach seine Gesundheit wiedererlangen kann. Gewisse Einflüsse von Bach sind in der 3. Sinfonie in der Tat herauszuhören. Die Uraufführung fand im Leipziger Gewandhaus statt, Felix Mendelssohn-Bartholdy dirigierte.

Im ersten Satz Sostenuto assai – Un poco più vivace -  Allegro ma non troppo werden die langsamen, teppichartig verbreiteten leisen, geheimnisvollen Streicherbewegungen von den Blechbläsern in reinen Oktaven und Quinten begleitet, was eine Atmosphäre wie am Anfang des 4. Satzes der 9. Sinfonie von Beethoven erschafft. Unvermittelt ändert sich die Stimmung  bei Un poco vivace mit den kämpferischen, punktierten Themen in allen Instrumenten. Kräftige Akkordschläge führen die Form zu Allegro ma non troppo. In ¾ und recht monothematisch – Bach war zurzeit bei Schumann sehr aktuell – lässt er punktierte Rhythmen gegen schnelle Streicherpassagen antreten. Kontrastierende Elemente erinnern den Musikliebhaber an die Erfindung von Schumann: Florestan und Eusebius haben in seinen Schriften gegensätzliche Positionen vertreten. Hier hat die Musik oft verschiedene, kontrastierende Charaktere, die sich aber wundersam ergänzen. Insgesamt wird hier mit energischen, oft modulierenden Materialien gearbeitet. Das volle Orchester wird ständig gefordert.

Im 2. Satz Scherzo Allegro vivace verfolgt Schumann eine doppelte Trioform. Schwindelerregende Läufe der Violinen erzeugen eine sehr lebhafte, erregte Stimmung, die dann in den Trios mit lyrischen Melodien kontrastiert.

Der 3. Satz Adagio espressivo betört mit sehnsuchtsvollen, breiten innigen Melodien in Es-Dur, gerecht verteilt im Orchester, die von zarten Synkopen wiegend eingebettet werden. Woran erinnern uns die klopfenden Sechszehntel mit einer absteigenden Gegenmelodie (Kontrapunkt)? An die Zauberflöte, wo in der Priesterszene etwas Ernsthaftes durch den barocken Duktus ausgedrückt wird? An die Mehrstimmigkeit von Bach allemal. Eine lichte Szene in C-Dur lässt die Stimmung aufhellen und den Satz trotz chromatischen Eintrübungen entspannt beenden.

 

Im 4. Satz Allegro molto vivace bringt der Komponist erneut monothematisch auftretende, durch Punktierungen gestählte Rhythmen in strömenden Marschcharakter einflechten. Sie werden abgelöst durch flirrende Triolen und schwirrende Achtelläufe der Streicher. Der Marschcharakter kehrt wieder – wird aber weichen müssen, weil choralartige Linien, begleitet er bekannten Triolen, eine Melodienkette gestalten. Wichtig: Viele Akzente geben der Musik hier einen erregten Charakter. Der Strom scheint sich zu mildern, sogar Stille (Generalpausen) tritt ein. In zwei Anläufen bäumt sich die Musik auf, die bekannten, schnellen Tonleiter ergänzen die breiten Chorallinien und münden in einem neuen, komplexen Finale. Die Vielfalt der Themen schafft einen kompakten Klang, ergänzt durch straffe, punktierte Rhythmen, die wir schon vom Anfang an kennen. Schumann bekämpft seine Depressionen mit energischer, pathetischer Musik, die uns auch begeistert. 

 

 


Das Programm am 07.04.2025:

Florence Beatrice Smith Price (1887-1953) : Concert Ouverture on Negro Spirituels Nr.2

 

Sie gilt, als die erste afroamerikanische Komponistin in den USA, die klassische Musik schrieb. Ihr Stil stützte sich stark auf die Musik der Spirituals/Gospels der Afroamerikaner.

 

In der Concert Ouverture on Negro Spirituals Nr. 2 verwendet Price eine große Besetzung: Dreifache Holzbläser, 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Harfe, Pauken, Schlagzeuge und Streicher. Bekannte Melodien wechseln mit gelegentlichen harmonischen Eintrübungen ab. Die Blechbläser geben einen majestätischen Klang, der auch mal rhythmische Elemente betont. (Bild: www.wikipedia.de)

 

 

Amanda Maier-Röntgen (1853-1894) Violinkonzert in d-Moll.

 

Solistin: Martina Trumpp

 

Amanda Maier wurde als zweites Kind von Carl Edvard Maier (1820–1877) und Elisabeth Sjøbeck (1818–1896) geboren. Sie erhielt ersten Violin- und Klavierunterricht von ihrem Vater Carl Edvard Maier, der nicht nur Musiker, sondern auch Konditor war. Aus dem württembergischen Riedlingen als „spelemann“ nach Schweden gekommen, erwarb er 1852 in Stockholm das Diplom zum „musikdirektör“ (Vis, S. 184). Bereits als 14-Jährige studierte Amanda am Konservatorium in Stockholm. Ein 1869 entstandenes Heft Preludier af Amanda Maier enthält Studien, die ein frühes Zeugnis ihrer kompositorischen Begabung sind.

Nach ihrer Heirat mit Julius Röntgen arbeiten sie oft an ihren Werken zusammen. 1875 entstand das Violinkonzert, das noch im selben Jahr von der Komponistin unter der Leitung von Engelbert Röntgen uraufgeführt wurde. (Bild: www.wikipedia.de)

 

 

  

Emilie Mayer (1812-1883): Sinfonie Nr.1 in c-Moll 

 

Sie wurde als 4. Kind des Ratsapothekers August Friedrich Mayer in Mecklenburg geboren. Schon mit 5 Jahren bekam sie Klavierunterricht und war auch Schülerin von Carl Loewe in Stettin. Komponiert hat sie seit 1842: Ein Singspiel, mehrere Lieder. Die 1. Sinfonie muss vor 1847 entstanden sein, sie findet Erwähnung in den Unterlagen vom Stettiner Instrumentalverein.

Die Sinfonie folgt in Form und Charakter klassischen Vorbildern. Ab 1850 fand die Komponistin bei Beethoven ihr Ideal. (Bild: www.wikipedia.de)

 

 

 

 


Das Programm am 10.02.2025:

Informationen befinden sich auf der Seite des Vereins der Musikfreunde, Kiel


Das Programm am 12.11.2024:

Giuseppe Verdi: Die Macht des Schicksals - Ouvertüre

Verdi komponierte zu seiner dramatischen Oper „Die Macht des Schicksals“ eine komplexe Ouvertüre. Die wichtigsten Motive der tragischen Geschichte von einem unbeabsichtigten Pistolenschuss, der zum Tod führt, werden vom Komponisten dramaturgisch sinnvoll verarbeitet. 

 

 

Jean Sibelius: 3 Humoresques Nr. 2, 3 und 6 für Solovioline und Orchester

Jean Sibelius komponierte die 6 Humoresken für Violine und Orchester eher in der Spätphase seines Schaffens (1917) - lange Zeit nach seinem berühmten Violinkonzert (welches übrigens erst ab den 1930er Jahren weithin bekannt und beliebt wurde). Ursprünglich hatte er daran gedacht, die Stücke in einer Art Suite zusammenzufassen. Schließlich sind aber auch aus Gründen der Herausgeberschaft zwei Blöcke entstanden: 2 Humoresken op.87 und 4 Humoresken op.89 - und es ist quasi erlaubt, die Werke einzeln aufzuführen. Nichtsdestotrotz ist eine zyklische Komplettaufführung in der gegebenen Reihenfolge auch sinnhaft und sehr ansprechend und wird auch praktiziert, da die Werke sehr abwechslungsreich komponiert sind. Heute hören Sie die Nummer II (op.87), die Nummer III (op. 89, Nr.1) und die Nummer VI (op.89, Nr.4). Die Nummer II Allegro assai ist ein stürmisches Intermezzo mit einem Perpetuum mobile-Motiv, in welchem zu den (geteilten) Streichern 2 Hörner und 1 Pauke hinzugesetzt sind. Die Nummer III ("alla gavotta") ist eine Gavotte, ein Tanz mit deutlich "humorigem" Charakter, in der die Solovioline mit einem filigran komponierten Streichersatz - ohne Bläser - unterlegt ist. Die Nummer VI (Allegro) ist zusätzlich mit 2 Flöten und 2 Fagotten besetzt und hat ebenfalls einen folkloristischen Impetus. Sibelius hat selbst Violine studiert und muss ein hervorragender Geiger gewesen sein. Er wußte um die Ausdrucksmöglichkeiten des Instruments und hat bei allen seinen Violin-Werken ein technisches Können auf hohem Niveau vorausgesetzt.

 

 

Solist: Christian Heber - Vioilne

 

Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 1 in c-Moll op. 68

 Es verwundert nicht, dass sich die Entstehung dieser ersten Sinfonie von Brahms über 14 Jahre hinzog. Die Verantwortung -die Last? – nach Beethovens 9 Sinfonien meinte er hohen Erwartungen entsprechen zu müssen. So konnte es vorkommen, dass nach der Uraufführung etliche Stimmen über die 10. Sinfonie vom großen Wiener Komponisten, Ludwig van Beethoven sprachen. Wie er es selbst ausdrückt: Denn wenn jemand es unternehme, „nach Beethoven Symphonien zu schreiben, so müssten sie ganz anders aussehen“ (Brief an den Geiger Carl Bargheer). Brahms meldet seinem Verleger Simrock nach einem Urlaub auf Sassnitz/Rügen den Vollzug der Niederschrift des Werkes. Danach beginnt die Organisation der Aufführungen sehr energisch für Karlsruhe, Mannheim, München, Wien, Leipzig. Das Interesse war groß.