Das aktuelle Programm


1. Gustav Theodore Holst (1874 -1934): 

Gustav Holsts Vater Adolph von Holst stammte aus einer deutsch-baltischen sowie lettisch-schwedischen Familie. Mütterlicherseits war die Familie vorwiegend britischer – weit entfernt auch spanischer – Herkunft.

Er studierte in Oxford und In London Klavier, Kontrapunkt, Posaune und Orgel. Hier hatte er bedeutende Bekanntschaften gemacht: Fritz Hart, Ralph Vaughan William. Mit letzterem verband ihn eine lebenslange Freundschaft, sie haben sich gegenseitig ihre Werke zur Begutachtung ausgetauscht.

Es entstand sein Interesse am Sanskrit. Er lernte die Sprache und beschäftigte sich mit der indischen Mythologie. Seine Oper über die indische Göttin Sita wurde 1906 fertig. In der Zeit der Komposition starb sein musikalisches Vorbild Arthur Sullivan. 

Nach einer Musikerlaufbahn als Posaunist im Scottish Orchestra wurde er Lehrer im 1904 im James Allen’s Girls School in Südlondon. In den nachfolgenden Jahren hat er unterrichtet, Kirchenmusik gemacht und komponiert, so auch die zweite Oper Savitri (1908), wo es erneut um indische Mythologie ging.

 

Seit 1913 interessierte er sich für Astrologie und fing an Horoskope für seine Freunde zu erstellen. Aus diesem Interesse entwickelte er von 1914 bis 1916 mit die Komposition der siebensätzigen Orchestersuite Die Planeten, in der er die damals bekannten sieben Planeten des Sonnensystems (außer der Erde) charakterisierte.

Die Japanese Suite op. 33 (1915) wurde im Auftrag des Tänzers Michio Ito geschrieben, der 1915 in London arbeitete. Die Themen zu diesem Stück sind zumeist original japanische Melodien, die Holst von Ito vorgepfiffen wurden. Nur eine Melodie stammt von Holst selbst: Dance of the Marionette. Im Stil unterscheidet sich die Suite nicht von seinen anderen Kompositionen.

 

Die Suite besteht aus vier Haupttänzen, außerdem einem Vor - und Zwischenspiel, die sich beide an den “Song of the Fisherman” anlehnen. 

 

Trotz der zuweilen modernen Klänge, die auch an Grieg und Stravinsky erinnern, gilt Gustav Holst als Spätromantiker. Seine Popularität verdankt er hauptsächlich der Orchestersuite The Planets. Der Satz über den Kriegsgott Mars wurde für Filmkomponisten zu einer wahren Fundgrube. 

 

 


2. Reinhold Moritzewisch Glière (1874 - 1956) 

Glière wurde 1874 in Kiew als Sohn des Blasinstrumentenbauers aus dem Vogtland, Ernst Moriz Glier geboren.  Der Vater zog erst nach Warschau, dann nach Kiew, wo er in der Fabrik seines zukünftigen Schwiegervaters als Meister arbeitete. Sein Sohn bekam den Namen Reinhold Ernest Glier, den der Komponist nach 1900 in eine französische Schreibweise Glière änderte.

Erst lernte er Violine bei Otakar Ševčik, dann am 1894 im Moskauer Konservatorium. Nach dem äußerst erfolgreichen Abschluss bekam er eine Stelle im Gnessin-Institut Moskau, einer der beiden Musikhochschulen. In Berlin studierte er bei Oskar Fried Dirigieren 1905 -1908.

1913 – 1920 lehrte er im Konservatorium zu Kiew. 1920 – 1941 war er Lehrer für Komposition im Moskauer Konservatorium, wo unter anderen Mjaskowsky und Prokofjew zu seinen erfolgreichen Schülern gehörten. Glière war in der Sowjetunion eine hoch angesehene Persönlichkeit und erhielt etliche Orden und Auszeichnungen, nicht zuletzt wegen seiner Forschungsarbeit in Usbekistan und Aserbaidschan, wo er Volksmusik sammelte und verarbeitete. 

 

Sein Kompositionsstil war anfänglich vom russischen Nationalidiom geprägt. Während seiner Studien in Berlin kamen impressionistische Einflüsse hinzu. Nach 1917 war der Stil einer russischen Nationalromantik charakteristisch. Dazu gehört wohl auch das Hornkonzert op. 91, das er 1950 komponiert hat. 


3. Antonìn Dvořak   (1841-1904)

Dvorak wurde in Nelahozeves (Mühlhausen) als erstes von 9 Kindern geboren. Sein Vater hatte eine Metzgerei, die er später aufgab und wurde Zitherspieler. Seine Mutter Anna, war die Tochter des Verwalters von Fürst Lobkowitz. Während seiner Schulzeit bekam er Geigenunterricht, später lernte er auch Klavier und Orgel. Deutschkenntnisse erwarb er sich auch, da in Böhmen kam man damals nicht ohne die deutsche Sprache aus.

 

Da er als Organist keine Anstellung bekam, wurde er Bratschist in einem Privatorchester, das Unterhaltungsmusik und Potpourris aus bekannten Werken in Kaffeehäusern und auf öffentlichen Plätzen spielte. Diese Kapelle wurde 1859 ins Orchester der Oper in Prag eingegliedert, wo Dvořak erster Bratschist wurde. Hier konnte er musikalische Erfahrungen sammeln, die ihn in seinen Plänen selbst zu komponieren, weitergebracht haben. Eine besonders gewichtige Rolle spielte dabei Bedřich Smetana, der die national-tschechische Linie in der Musik vertrat und mit zwei seiner Werke auf Dvořak großen Einfluss nahm: Die Brandenburger in Böhmen und Die verkaufte Braut. Diese Opern wurden 1866 uraufgeführt und blieben bis heute im Repertoire vieler Opernhäuser der Welt.

 

1871 gab er seine Orchesterstelle auf und konzentrierte sich auf die Kompositionsarbeit. Mit dem Hymnus Die Erben des Weißen Berges für Chor und Orchester gelang ihm der Durchbruch. Dabei waren ihm Eduard Hanslick und Johannes Brahms hilfreich zur Seite gestanden. Mit letzterem verband ihn eine lebenslange Freundschaft.

Die Sinfonie in G-Dur op.88 (B163) komponierte er 1889 aus Anlass seiner „Aufnahme in die Böhmische Kaiser-Franz-Joseph-Akademie für Wissenschaft, Literatur und Kunst“. Die Uraufführung am Februar 1890 leitete Dvořak selbst.